WAIDHOFEN
Folk, Blues, Jazz, Gospel-Stil und Gänsehaut erzeugende Balladen - diesen Bogen vermochte der Grazer Gitarrist Martin Moro am 30. März in der evangelischen Kirche „Zur frohen Botschaft“ mit einer fast schon aufreizenden Lässigkeit zu spannen.
Anekdoten sorgte für gelungene Auflockerung
Das zahlreiche Publikum wurde von Beginn weg in den Bann des mit Gitarre, Blechgitarre und Mandoline angereisten Künstlers gezogen. Mit der Nummer „108“ brachte Moro sich und sein Publikum energiegeladen auf Kurs, um mit einer „kitschigen Elvis-Filmmusik“ -Nummer und der wunderbaren -Gospel-Ballade „Great Dream of Heaven“ erstmals anzudeuten, wie breit gefächert sein musikalisches Repertoire sein würde. Mit Anekdoten über seinen (musikalischen) Werdegang, den ganz normalen Familien-Wahnsinn als (stolzer) Vater und seine Treffen mit anderen Künstlern umgarnte Moro stetig sein Publikum. Der Abend hätte gut und gerne als Musikkabarett durchgehen können - Gelächter rief beispielsweise Moros Hommage an das Alterwerden „I'II miss your Party“ (in Anlehnung an Wanda Jacksons Ohrwurm „Let‘s have a Party“) ... hervor.
Im Vordergrund freilich stand Moros musikalisches Talent: Mit „On his Blindness“ etwa, der Vertonung eines Gedichtes von John Milton, erzielte der Künstler mit Gitarre und Gesang umwerfende Wirkung im Oval, während bei „Changes“ sein Arbeitsgerät alleine ausreichend war um zu begeistern. Sich mit melancholischem Walzer auf eine erdige Mississippi-Bluesnummer einzustimmen, fiel mit Martin Moro wenig schwer. In seinen Texten verarbeitete Moro Sehnsucht, Freude, Zerbrechlichkeit und Geborgenheit - immer wieder waren auch seine Beschäftigung mit Gott und der Glaube greifbar. Der Virtuose verabschiedete sich nach gut zwei Stunden mit Augenzwinkern und drei Zugaben vom „freundlichsten Freitag-Abend-Publikum, vor dem er diese Woche spielen durfte“.
(NIEDERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN)